
LUTHER, DER PAPST UND DER TEUFEL

(Das Reich der Himmel antwortet auf Luthers 95 Thesen
gegen die Einheit der Kirche)
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INHALTSERLÄUTERUNG
Was
macht einen zum Philosophen? Die Philosophie oder der Titel zum Professor
der Philosophie? Wird das Sein geboren oder wird es gemacht? Was kommt
zuerst, der Weise oder die Weisheit? Macht die Philosophie den Philosophen,
oder der Philosoph die Philosophie? Und so weiter, bis ins Unendliche
hinein. Über dieses Thema wurde schon ein ganzer Berg an Antworten
geschrieben. Niemals aber wurde ein universeller Konsens erreicht und
letztendlich hat man sich einfach darauf geeinigt, dass es über Geschmäcker
nichts Geschriebenes gibt. Wenn es darum geht, so eine uralte Debatte
wie die Geburt des Protestantismus wiederaufzunehmen, dann glaube ich
nicht, dass es eine gute Idee wäre, diese ewige Spur des Ungewissen
und Trügerischen weiter zu verfolgen. Es ist um einiges bequemer,
sich an die jesuschristliche Antwort zu halten: Der Weise wird nicht gemacht,
er wird geboren. Mit den Worten Jesu kurz und richtig gesagt: „Wahrlich,
wahrlich, ich sage dir: Wenn einer nicht geboren wird aus Wasser und Geist,
kann er nicht eingehen in das Reich Gottes.“ Die Antwort springt
wie ein leuchtender Stern aus dem Herrn Jesus selbst hervor. Der ehrwürdige
Vater Martin Luther behauptet ein Diener Jesu zu sein. ER bezieht sich
auf denselben Jesus, der uns diese Antwort gegeben hat.
..."Aus Liebe zur Wahrheit“ sagt Luther im Vorwort seiner 95
Thesen. Aber ich, und mit mir jeder, der sich damit rühmen kann kein
Sklave anderer Leute Gedankengut zu sein, weiß nur zwei Dinge. Erstens:
es gibt nur eine Wahrheit. Und zweitens: Im Verlauf der Jahrtausende hat
es so viele Wahrheiten gegeben, wie die Erdenkinder Zivilisationen erfunden
haben. Und solange die Menschen dazu in der Lage sind sich neue Wahrheiten
auszudenken, wird es immer eine Unmenge an Wahrheiten geben. Es ist nicht
nötig sich in all die wahrhaftigen, erhabenen, perfekten, vollkommenen
und unvergänglichen Philosophien, Religionsgeschichten oder Nacherzählungen
zu verlieren. Auf dieser Höhe der Geschichte weiß ein jeder,
dass die menschliche Intelligenz keine Grenzen gesetzt sind. Ein jeder
kann frei im Sinne seiner Mentalität und ganz nach seinem Geschmack
seine eigene Wahrheit produzieren. Diese Fähigkeit des Individuums,
sich seine eigene, fremde, ungewöhnliche Wahrheit zu schaffen, ist
die Achillesferse der Freiheit. Die Wahrheit ist das Erkenntnismodell
der universellen Realität, in welcher der Mensch die Verkörperung
des Denkens ist. All die erfundenen Wahrheiten verhalten sich gegenüber
der wahrhaftigen Struktur der universellen Realität meist feindlich.
...Als Gott den Menschen schuf, gab er uns die Fähigkeit zwischen
der universellen Wahrheit und einer nach menschlichen Maßen gefertigten
Wahrheit zu wählen. Mit dieser Freiheit hinerließ er in den
menschlichen Abwehrkräften einen Schwachpunkt. Während der Schöpfung
gab es keinen Moment, in dem er dem Menschen diese Freiheit hätte
nehmen können. Er konnte sie ihm nicht nehmen, und er tat es auch
nicht. Zwar entspricht es nicht unbedingt der üblichen Denkungsweise,
aber in genau dieser Freiheit der Söhne Gottes liegt die Perfektion
der schöpferischen Intelligenz, hier liegt der Höhepunkt ihrer
Herrlichkeit. Und umgekehrt, die Herrlichkeit der Söhne Gottes findet
in der Perfektion der schöpferischen Intelligenz ihren Höhepunkt
der Freiheit. Denn, wenn wir nicht dazu in der Lage wären eine Wahl
zu treffen, dann wären wir Maschinen. Und wenn wir nicht dazu in
der Lage wären das Universum, das uns umgibt zu verstehen, und zu
verstehen warum es uns umgibt, dann wären wir Tiere.
...In dem Buch “Luther, der Papst und der Teufel” geht es
genau um dieses Thema. Es wird enthüllt, ob es sich bei der “Liebe
zur Wahrheit” des Autors der 95 Thesen um die Liebe zu dieser einen
universellen Wahrheit handelt, oder ob es um diese andere individuelle
Wahrheit geht, die sich Luther, in seiner Eigenschaft als Mensch, selbst
ausgedacht hat.
...Kehren wir aber zurück zur Philosophie. Wir wollen das Thema so
behandeln, als ob es ein Boxkampf oder ein Todesurteil zwischen Brüdern
wäre. Und auf der anderen Seite sehen wir den Papst. Wie ein jeder
Lehrling der Philosophie weiß, kann auf dieser Welt eine Sache nicht
ohne ihr Gegenteil existieren. Demnach hätte es Luther ohne sein
Gegenstück, den Papst, nie existiert. Diese Feststellung führt
uns trotz der Verwirrung direkt vor die Tore der Hölle. Da Gott allwissend
ist und in die Zukunft blicken kann, konnte er unmöglich ignorieren,
dass die Schlange Eva hintergehen würde. Adams Fall war demnach seit
Beginn der Schöpfung der Welt ein Teil der geheimen Pläne Gottes.
Und daraus lässt sich schließen, dass, mutando mutandis, der
Teufel unschuldig ist, und von dem Verbrechen gegen die Menschheit freigesprochen
werden sollte. Der heimliche Gott Luthers, der die einen in den Himmel
führt und die anderen in die Hölle verbannt noch bevor sie überhaupt
geboren werden, hatte in seinem unwiderstehlichen und vorherbestimmten
Willen den Teufel dieses Verbrechens beschuldigt. - So Calvin und seine
Reformationsbrüder.
...Ohne zu wissen was sie sagten verteidigten die Anführer der Reformation
den Teufel. Der Autor von „Luther, der Papst und der Teufel“
wird vor dieser Verteidigung als Erster den Hut ziehen. Jedoch erkennt
er auch weiterhin, dass Luther ohne seinen Erzfeind den Papst niemals
existiert hätte. Wenn man den „Reformator“ aus dieser
Sicht betrachtet, mit Blick auf die beiden parallelen Elemente, dann kommt
man nicht darum herum den Ursprung des Gegenelements analysieren. Um sich
vor dem Gericht der Söhne Gottes seine Unschuld zu erklären,
machte der Teufel Gebrauch von diesem Gegenelement und ebenso von der
Allwissenheit Gottes und dessen Fähigkeit in die Zukunft zu sehen.
...Wenn man etwas kennt und erlaubt, dann lässt man es zu, und wenn
man etwas zulässt, dann hat man sich darauf vorbereitet. Daraus können
wir schließen, dass Adam und der Teufel in ein und dieselbe Falle
getreten waren. Sie beide hatten in der Geschichte des Universums eine
Rolle. Sie waren für diese Rolle engagiert worden, sie konnten sie
unmöglich ablehnen. Und so interpretierten sie ihre Rollen: Adam
stand für das Gute und Satan für das Böse. Übertragt
man dieses Duett nun auf das 16. Jahrhundert, dann wäre Luther Adam
und der Papst der Teufel.
...Das Rätsel bleibt bestehen. Es schwebt über der Tür
der Kirche, an der laut Überlieferung Luther mit seinen 95 Thesen
den Papst nagelte. So wie die Juden es einst mit Christus am Holzbalken
getan hatten. War es nun Gott oder war es der Teufel? Welcher dieser beiden
Feinde, ad eternum et ad infinitum, schleuderte den Blitz, der das Leben
des jungen Luthers für immer verändern sollte?
...Ein Barbar, für den der Blitz ein Symbol ist, für den er
die Kundgabe des höchsten Gottes bedeutet, hätte in der mythischen
Situation jener Nacht genauso regiert wie Luther es tat. Wenn man nun
einen Blick auf das katholische und humanistische Europa der Renaissance
wirft, muss man sich eine Frage stellen: Wo war Deutschland? In welcher
Entwicklungsphase der menschlichen Zivilisation befand sich das deutsche
Volk? Der junge Luther war alleine, er war verloren, dem Sturm ausgeliefert,
und in der Kraft der Natur sah er ein Zeichen Gottes. Dementsprechend
war auch seine Reaktion. In der primitiven Mentalität der Barbaren
werden die Kräfte der Natur und die Götter ebenfalls auf einen
Haufen geworfen und miteinander vermischt. Die Frage lautet: Wo liegt
der Unterschied zwischen der Reaktion des Ersten und der Mentalität
der Zweiten? Und ich frage mich: In welcher gesellschaftlichen Entwicklungsphase
befand sich das deutsche Volk in den Tagen Luthers?
...Die christlichen Nationen wurden in diesem Meer aus Philosophen gegen
Theologen in den turbulenten Gewässern des Hasses versenkt. Und genau
darüber entfaltet der Autor von Luther, der Papst und der Teufel“
seine Gedanken.

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